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Es ist schon einige Wochen her, als Microsoft bei der SharePoint Conference 2014 in Las Vegas die SharePoint-Gemeinde in helle Aufregung versetzt hat.

Der Grund waren die Keynotes von Jeff Teper (ehem. Corporate Vice President of Office Service and Servers group) und Jared Spataro (General Manager of Enterprise Social at Microsoft).

Spataro nannte 4 Grundprinzipien denen Microsoft folgen und seine Produkte nach diesen weiterentwickeln will:

  1. We believe the future of work is all about working as a Network.
  2. We believe in personal insights that can be heard when you cut through the noise.
  3. We believe in the power of an open development platform and a robust ecosystem.
  4. We believe that the future of work is only possible when people can work anywhere on any device

Das Gesagte und vor allem auch das nicht Gesagte lassen bis heute viel Spielraum bei der Interpretation der künftigen Ausrichtung der SharePoint-Produktpalette.

 

Nicht die „Cloud kommt“ Die Cloud ist längst da

Microsoft hat sein Produktportfolio in den letzten Releasezyklen im Bereich Social & Collaboration sukzessive in Richtung Cloud ausgebaut und erweitert. Office 365, SharePoint-Online, Exchange-Online und Yammer sind in diesem Zusammenhang stetig aufgeführt.

Mit den Keynotes bei der SharePoint-Conference haben die Top-Manager aus dem Umfeld auch klar Stellung bezogen, wie Microsoft die künftige Produktausrichtung sieht.

Mit Begriffen wie „Platform as a Service“ (PaaS) und „Software as a Service“ (SaaS) bedient Microsoft die Anforderungen an sich schnell verändernde Kundensituationen. Ressourcen können ohne Zeitverzug oder langfristige Planung hinzu- oder abgebucht werden.

Sicher nicht ganz uneigennützig bieten diese Softwaremodelle Microsoft die Möglichkeit, Updates und Service-Releases unkompliziert und flächendeckend auszurollen und Releases neuer Versionen nicht nur im 2-3 Jahresrhythmus bereitzustellen.

Ein Blick in den Quellcode einer SharePoint-Online Seite verrät z.B., dass SharePoint-Online bereits auf der Architektur des künftigen SharePoint (Office 16) basiert.

 

Umstieg auf SharePoint-Online?

Aber auch hier greift wieder das Sprichwort: „Wo Licht ist, ist auch Schatten“.

Nicht zuletzt durch die jüngsten Nachrichten zu Themen wie Überwachungs- und Spionagepraktiken wurde der ohnehin schon hohe Stellenwert von Datensicherheit und Datenschutz bei den Unternehmen nochmals erhöht.

Unternehmenskritische Daten nun aus der gesicherten Unternehmensstruktur in eine dezentral aufgebaute Architektur eines Cloud-Services wie SharePoint-Online auszulagern, kann mit den Sicherheitsvorgaben von Unternehmen und auch den Vorgaben derer Kunden kollidieren.

Neben den Sicherheitsbedenken in Verbindung mit SharePoint-Online muss jedoch auch allem voran die unterschiedliche technische Architektur berücksichtigt werden.

SharePoint-Online unterstützt die Eigenentwicklung von Farm-Lösungen und tiefer im System verankerte Anpassungen verständlicherweise nicht. Für diese Anpassungen sind direkte Zugriffe auf den SharePoint-Server und den darunterliegenden Windows Server und SQL-Server notwendig.

Eine solche Struktur, am besten über einen RDP-Zugang, kann Microsoft bei SharePoint-Online natürlich nicht bieten.

Die mit SharePoint 2010 eingeführte Technik der Sandbox-Solutions, also der in einen eigenen Prozess gekapselten Umgebung für Custom-Code und der SharePoint-Client-API wurde für SharePoint 2013 und SharePoint-Online mit dem neuen App-Modell erweitert. Dadurch bieten sich clientseitig vielfältige Möglichkeiten, die SharePoint-Umgebung an die jeweiligen Anforderungen anzupassen.

Diese neue Welt bietet jedoch bei weitem nicht den Funktionsumfang einer Farm-Lösung wie sie für eine SharePoint On-Premise Umgebung zur Verfügung steht.

Ein Umstieg von SharePoint On-Premise auf SharePoint-Online stellt somit ggfs. auch eine technisch hohe Hürde an Administratoren, Entwickler und Prozessverantwortliche dar.

 

Wie geht es weiter?

Durch die vorgestellte Roadmap bei der SharePoint-Conference sahen einige Pessimisten das Ende von SharePoint On-Premise kommen:

Es würde nur noch eine SharePoint Version (Office 16) als On-Premise -Variante auf den Markt kommen und künftige Versionen nur über SharePoint-Online verfügbar sein.
Buzzwords wie „Cloud only“ anstatt „Cloud first“ machten die Runde.
 Vermehrt wurden Blogs unter der Headline „R.I.P. SharePoint On-Premise“ verfasst. Auf Seiten von Konkurrenzprodukten wurde sogar vor der künftigen Verwendung von SharePoint gewarnt.

Unternehmen die auf SharePoint On-Premise setzen werden natürlich von solchen Aussagen verunsichert. Auch wir bei S&L wurden von Kunden um die Zukunftsfähigkeit von SharePoint befragt. Das hat uns auch veranlasst diesen Artikel zu veröffentlichen.

Fakt ist:

Microsoft hat den Nachfolger von SharePoint 2013 für Ende 2015 angekündigt und bleibt damit seinem bisherigen Releasezyklus vorerst treu.
Der Product Lifecycle für SharePoint 2013 sieht einen „Extended Support“ bis 2023 vor.
Daher ist dieser Supportzeitraum von 10 Jahren auch für die nächste SharePoint-Version zu erwarten.

Unsere Meinung zur Zukunft von SharePoint On-Premise

SharePoint als Unternehmensinstallation (On-Premise) wird es sicherlich auch nach der kommenden SharePoint-Version geben.

Microsoft hat sich noch nicht detailliert in die Karten schauen lassen aber:

78% der umsatzstärksten Unternehmen (Fortune 500) setzen SharePoint ein. Zwischen 2006 und 2011 hat Microsoft über 36 Millionen User-Lizenzen verkauft. Ein abruptes Ende der On-Premise – Version würde sich für Microsoft sicher als strategisches Desaster entwickeln.

Microsoft wird jedoch SharePoint-Online weiter ausbauen und neue Features und Updates wohl vorrangig in seiner Cloud-Lösung ausrollen und erst später als Update für SharePoint On-Premise bereitstellen. Damit wird auch das Ziel gestützt, künftig in einem kürzeren Zeitraum Releases bereitzustellen.

Es ist durchaus denkbar, dass bestimmte Features aus dem Social-Components-Umfeld künftig nur in SharePoint-Online zur Verfügung stehen und SharePoint On-Premise auf den Kernkomponenten der Collaboration-Plattform aufbaut.

Hierbei ist ein hybrides Lösungskonzept nicht von der Hand zu weisen, was die Social-Features auf SharePoint-Online Seite mit der gesicherten Struktur von SharePoint On-Premise verbindet. Die Vorteile beider Systeme können sich sinnvoll ergänzen und einen ressourcen-effizienten Mehrwert für ein Unternehmen darstellen.

Wohin die Reise genau hingehen wird, kann zurzeit noch nicht gesagt werden.

Aber eins ist sicher:

Microsoft SharePoint wird auch weiterhin ein wichtiges Instrument als Plattform für die Zusammenarbeit und Prozessoptimierung in der Unternehmensstruktur sein.

 

Was gibt es sonst noch neues?

Bekannt ist, dass Microsoft InfoPath und die InfoPath Form Services für SharePoint in ihrer jetzigen Form abgekündigt hat. Der „Extended Support“ für InfoPath 2013 endet im Jahr 2023.

Die Zukunft liegt in einer einheitlichen Strategie der verschiedenen Produktlösungen um die Forms sowohl in SharePoint, Office, mobilen Endgeräten als auch in Cloud-Lösungen einheitlich nutzen zu können.

Aktuell werden hier mitunter zwei Ansätze in Betracht gezogen:

FoSS – Forms on Spreadsheets (Excel Surveys)

Die auf Microsoft Excel basierende Funktion erlaubt es für eine tabellarische Eingabe wie z.B. bei Excel üblich, ein benutzerdefiniertes Formular zu erstellen. Diese Formulare sind auch direkt über mobile Endgeräte nutzbar.

shpoint1

Unter dem Begriff Excel Surveys ist diese Funktion bereits in SharePoint 2013 verwendbar.

FoSL – Forms on SharePoint Lists

FoSL ist eine neue Art von Eingabeformular für SharePoint-Listen die direkt im Browser angepasst werden können. Die Verwendung von Tools wie SharePoint Designer oder InfoPath Designer ist ebenso wenig notwendig, wie das technologische Know How im Bereich Web-Development oder InfoPath. Alle Formularelemente lassen sich per Drag & Drop im Browser positionieren und an die Bedürfnisse des Autors anpassen.

Diese Technologie wurde im Rahmen der diesjährigen SharePoint-Conference erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt und in einer Roadmap mit den anderen Form Types definiert:

shpoint2

Wie hier die genaue Planung aussieht und welche Technologie das Erbe von InfoPath antritt, wird voraussichtlich noch dieses Jahr vorgestellt.

Egal welche Technik nachher Verwendung findet, sie wird sicher weitreichende Möglichkeiten in der Verwendung von SharePoint bieten.

Ob Cloud oder On-Premise, die Zukunft mit SharePoint wird also sicherlich nicht langweilig.

Wir von S&L beraten Sie natürlich gerne bei der richtigen Wahl Ihrer SharePoint-Umgebung.

Sie überlegen SharePoint einzusetzen oder Ihre bestehende SharePoint-Umgebung auf den neusten Stand zu bringen? Klicken Sie hier.

 

 

 

 

 

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