Seit gut einem Monat ist der neue SQL-Server 2017 verfügbar. Gerade einmal 15 Monate nach der Veröffentlichung des SQL-Server 2016 erscheint somit der Nachfolger. Microsoft wird in Zukunft an diesem Zyklus weiter festhalten – somit bekommen Kunden öfter Updates, auch im Hinblick auf das SQL-Azure Datenbank Konzept. Lizenzmodell und Kosten sind exakt die gleichen wie beim SQL-Server 2016.

Microsoft hat mit dieser neuen Version wieder einige mehr oder weniger spannenden Features eingebaut. Wir schauen uns einmal 3 Neuerungen ganz kurz an.

1. SQL-Server 2017 für alle Plattformen

Erstmal seit SQL-Server 2017 läuft ein SQL-Server auf weiteren Plattformen neben Windows: Linux und Docker. Warum macht das Sinn? Oracle! Richtig gelesen. Denn damit schafft Microsoft theoretisch die Möglichkeit von einem Oracle System umzusteigen und den SQL-Server direkt auf der Linux-VM zu installieren. Die Lizenzkosten für einen weiteren Windows Server spart man sich dadurch und kann direkt mal eine SQL-Server Testversion installieren. Diese Strategie sind wir von Microsoft schon gewöhnt – man schaue sich einfach die eigenen Produkte an, die mittlerweile für fremde (ehemals verfeindete) Plattformen angeboten werden. Die IT-Welt hat sich geändert und Microsoft will auch was vom Kuchen abhaben.

2. Index Rebuild fortsetzen

Für alle SQL-Server 2017 Enterprise Kunden gibt jetzt die Möglichkeit Index Rebuils zu pausieren und zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen z.B. in einem Fehlerfall. Bisher gab es eine solche Möglichkeit nicht. Dies ist gerade dann von Vorteil, wenn ein größerer Index nicht im geplanten Wartungsfenster fertiggestellt werden kann. Den Status solcher Operationen kann man künftig über “sys.index_resumable_operations” abfragen.

3. Verbesserungen in TSQL

Hallo TRIM, CONCAT_WS und STRING_AGG – um nur ein paar neue Funktionen zu nennen. Anstatt LTRIM und RTRIM könnt ihr jetzt einfach TRIM benutzen. Mit CONCAT_WS verkettet ihr eine variable Anzahl von Argumenten mit einem Trennzeichen. STRING_AGG gruppiert für euch Werte in einer Spalte anhand eines bestimmten Parameters. Alles keine weltbewegenden Neuerungen, eher “nice-to-have”.

Was noch?

Neben diesen drei Neuerungen gibt es natürlich noch viele weitere. Für die Einbindung von CLR-Routinen wurde ein neues Sicherheitskonzept vorgestellt. Es gibt Verbesserungen für den Abfrageoptimierer, neue Graph-Datenbankfunktionen für die Modellierung von Datenbanken, Verbesserungen im Bereich Column-Store Indizes, ein verbessertes Monitoring für “wait_stats” und und und. Außerdem gibt es zahlreiche Neuerungen in den Bereichen Integration-, Analysis- und Reporting Services – vielleicht schauen wir uns die in einem späteren Blogartikel einmal an.

Changelog?

Wie üblich findet mal die gesamte Liste der Neuerungen/Verbesserungen bei Microsoft: https://docs.microsoft.com/en-us/sql/sql-server/what-s-new-in-sql-server-2017. Klick dich rein – vielleicht ist da etwas besonders spannendes für dich dabei.

An die Arbeit!

Worauf wartest du? Den SQL-Server 2017 kannst du hier herunterladen, das aktuelle SSMS gibt es hier.

Fazit?

Die Neuerungen sind definitiv spannend. Microsoft hat im neuen SQL-Server an den richtigen Stellen angesetzt, jetzt gilt es auch in Zukunft die neuen Funktionen stetig zu erweitern und zu verbessern. Auch wenn sich eine Migration von Anwendungen oder Datenbank nicht immer lohnt, gibt es bestimmt einige Szenarien wo die neuen Features voll einschlagen.

Schlagwörter: Microsoft SQL Server | mssql
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